Friedrich Dürrenmatt-Biografie Startseite >>>

Friedrich Dürrenmatt
schweizer Dramatiker und Erzähler
(1921 - 1990)

Friedrich Dürrenmatt wurde am 5. Januar 1921 als Sohn eines protestantischen Pfarrers in Konolfingen bei Bern geboren.

Friedrich Dürrenmatt war ein berühmter schweizer Dramatiker und Erzähler in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Schriftsteller und Dramatiker zählt zu den wichtigsten Nachkriegsautoren und seit den 50er Jahren zu den wichtigsten Autoren seiner Generation.

Dürrenmatt gilt als einer der bedeutendsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Er war ein Dramatiker mit Hang zum absurden Theater.

Bereits in seinem ersten Welterfolg, «Der Richter und sein Henker», erschien die Schweiz als schillerndes Zwitterreich aus ländlicher Gemütlichkeit und internationalem, zynisch protegiertem Wirtschaftshub. Dürrenmatt sah die Zukunft des Theaters in der grotesken Komödie. Das Abenteuerliche und das Absurde des menschlichen Geistes und der Gesellschaft mischen sich in seiner Einsicht und in seinem Gelächter über den Weltzustand. Er bevorzugte die Komödie und Tragikomödie und kritisierte mit Witz, Humor und Ironie das selbstgefällige Spießbürgertum.

Eigentlich wollte er eine Ausbildung zum Kunstmaler machen, studierte aber dann ab 1941 Philosophie, Naturwissenschaften und Germanistik an der Universität Bern, dazwischen 1942/43 an der Universität Zürich.

1945/46 entstand sein erstes veröffentlichtes Stück, das genialische Jugendstück »Es steht geschrieben«, eine gelungene Adaption des Wiedertäufer-Stoffes, dass 1947 am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt wurde.

1950 schrieb Dürrenmatt seinen ersten Kriminalroman »Der Richter und sein Henker«. In seinem bekannten Kriminalroman zeigt Dürrenmatt, dass Recht und Gerechtigkeit nicht das Gleiche sind, dass die Justiz nichts mit Moral zu tun hat, eine Thematik, die auch seine Werke »Der Verdacht« und »Justiz« prägen. Jemand begeht in der Öffentlichkeit ein Verbrechen, ohne dass die Justiz, das Recht in der Lage wären, dies zu beweisen.

Ein Polizist ist erschossen worden. Ort des Verbrechens ist die Twannbachschlucht in der beschaulichen Westschweiz. Kommisär Bärlach sucht den Mörder seines geschätzen Kollegen. Abgründe tun sich auf, auch bei den polizeilichen Ermittlungen. Dürrenmatt lässt deshalb in seinem Werk einen solchen auftreten und zum ermittelnden Kommissar sagen, «Er sei eben auch eine Art Polizist, (…), aber ohne Macht, ohne Staat, ohne Gesetz und ohne Gefängnis hinter sich. Es sei auch sein Beruf, den Menschen auf die Finger zu sehen.» (Pos. 914). 1950 entstand sein Theaterstück »Die Ehe des Herrn Mississippi«, mit dem er seinen ersten grossen Erfolg auf den bundesdeutschen Bühnen verzeichnen konnte.

Dürrenmatt-Theater Weltweiten Erfolg erzielte er mit seiner Komödie »Der Besuch der alten Dame«. Sein erfolgreichstes Theaterstück wurde »Die Physiker«, daß er ebenfalls als Komödie bezeichnete.

In den sechziger Jahren stand Dürrenmatt mit seinen Theaterwerken auf dem Höhepunkt seines Öffentlichkeitserfolges.

Das Thema des Opfers spielt in Dürrenmatts Dramen eine grosse Rolle.

Dürrenmatt entwickelte eine eigene Dramentheorie, den gemäss den Vorstellungen des Dramatikers soll der Zuschauer nicht weiter die Rolle eines passiven Konsumenten inne haben. Er soll zum eigenständigen Nachdenken angeregt werden.

Dürrenmatt schuf so seinen eigenen Typus der Tragikomödie, einer Mischform aus Tragödie und Komödie, seiner Meinung nach "die einzig mögliche dramatische Form, heute das Tragische auszusagen".

Seine bekanntesten Werke sind die Dramen »Die Ehe des Herrn Mississippi« (1952) und »Die Physiker« (1962) und die Tragikkomödie »Der Besuch der alten Dame« (1956) und seine grossen philosophische Kriminalromanen des Spätwerks »Justiz« und »Durcheinandertal«.

Friedrich Dürrenmatt schrieb auch erfolgreiche Kriminalromane, die einer eigenen kriminalistischen Logik folgen. In dem Roman »Das Versprechen«, in dem Kommissar Matthäi den grausamen Mord an der kleinen Gritli Moser aufklären muss.

Obwohl Dürrenmatt sich immer mit Schaudern dagegen verwahrte, ein engagierter Literat zu sein, und sich damit dezidiert von Brecht und zeitweilig auch von Max Frisch absetzte — einfach weil er nie an die Reinheit politischer Lehren geglaubt hat, für die er sich hätte engagieren können —, gab es für ihn auch keine künstlerische Warte, die frei schwebend und «neutral» über den Dingen gestanden hätte.

Immer wieder läßt Dürrenmatt sein Schweizbild in seinem Werk durschscheinen.

Die Metapher von der Schweiz als Gefängnis – und ganz allgemein das Labyrinth, das Stollensystem, das Spiegelkabinett als Bild der Verworrenheit und Bedrängnis der menschlichen Existenz – wurde ein Leitmotiv des Dürrenmatt'schen Werks.

Dürrenmatts bevorzugte Metapher für den komplexfreien helvetischen Geschäftssinn ist der Waffenhandel oder gleich das internationale Verbrechersyndikat, nicht nur in »Der Richter und sein Henker«, sondern auch in den grossen philosophischen Kriminalromanen des Spätwerks, »Justiz« und »Durcheinandertal«.

Für sein Werk, das neben Theaterstücken, Detektiv-Romanen, Erzählungen und Hörspielen auch Essays und Vorträge umfasst, erhielt er viele Auszeichnungen.

Schon in frühen Jahren begann er zu malen und zu zeichnen, eine Neigung, die er sein Leben lang verspüren sollte. Er illustrierte später manches seiner eigenen Werke, verfasste Skizzen, zum Teil ganze Bühnenbilder. Seine Bilder wurden 1976 und 1985 in Neuenburg, 1978 in Zürich ausgestellt.

Dürrenmatt starb im Dezember 1990 kurz vor Vollendung seines 70. Lebensjahres in Neuenburg.



   Bücher von Friedrich Dürrenmatt-Romane

Die Physiker
Die Physiker
Der Besuch der alten Dame
Der Besuch
Der Verdacht
Der Verdacht
Der Richter
Der Richter
Das Versprechen
Versprechen
Der Meteor
Der Meteor


Internet

Friedrich Dürrenmatt Friedrich Dürrenmatt-Biografie
Friedrich Dürrenmatt -Biografie



   Friedrich Dürrenmatt-Werke

Über Friedrich Dürrenmatt
Über Friedrich Dürrenmatt
Denken mit Friedrich Dürrenmatt.
Denken mit Friedrich Dürrenmatt





Machen Sie bitte Bookmark-Werbung auf folgenden Portalen