Rudolf Augstein-Biografie

Rudolf Augstein
Rudolf Augstein
deutscher Journalist und Publizist (1923 - 2002)

Rudolf Augstein wurde am 5. November 1923 in Hannover geboren.

Augstein Rudolf Augstein war einer der bedeutendsten deutschen Publizisten, Verleger und Journalisten der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts Sein Leben als Journalist war geprägt von kritischer Berichterstattung.

Der Aufstieg von Rudolf Augstein als stilbildende Ikone des Journalismus begann nach dem Ende des Krieges in Hannover. Nach Ende des Krieges war Augstein zunächst Redakteur des »Hannoverschen Nachrichtenblatts«, bevor er zusammen mit dem Fotografen Roman Stempka und dem Redakteur Gerhard R. Barsch die Zeitschrift »Diese Woche« von den Briten übernahm. Diese war nach dem Vorbild der politischen Berichterstattung der britischen "News Review" und der amerikanischen "Time" entwickelt worden.

Er gründete 1947 das politische Wochen-Journal »DER SPIEGEL«, welches seit seiner Gründung immer ein kritischer Begleiter der politischen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland war.
Am 4. Januar 1947 erschien die Erstausgabe des »SPIEGEL«, der Nachfolger der Wochenzeitschrift "Diese Woche". Augstein ist zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt und SPIEGEL-Chefredakteur.

Das politische Wochen-Journal »DER SPIEGEL« galt schon bald nach dessen Erscheinen als ein stets kritischer Begleiter der Bundesregierung und seiner Arbeit. Augstein bezeichnete sein politisches Journal als "Sturmgeschütz der Demokratie".

Augstein galt als kritischer und unbequemer Journalist, der die Regierung attackierte und die Auseinandersetzung nicht scheute, wenn es und die Aufdeckung von politischen Misständen und Skandalen in der noch jungen Republik ging. Diese Grundhaltung sollte nach 15 Jahren zu einer der grössten politischen Affären der deutschen Nachkriegszeit und zu einem politischen Erdbeben in der Republik führen.

Nach verschiedenen Berichten im SPIEGEL über korruptionsverdächtige Geschäfte der Regierung, ließ der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Strauß am 26. Oktober 1962 Augstein und sieben andere Mitarbeiter unter Verdacht des Landesverrats festnehmen (SPIEGEL-Affäre).

Die Festnahmen lösten eine Welle der Empörung aus, Strauß zog sich folglich der Affäre in die bayerische Landespolitik zurück, man sprach vom "Anfang des Endes" der Ära des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Nach 103 Tagen Untersuchungshaft wurde Augstein im Februar 1963 entlassen. Im gleichen Jahr trat Adenauer zurück. Dieser empfängt Augstein noch kurz vor seinem Tod für ein Gespräch.

Später sagte Augstein über die SPIEGEL-Affäre: »Ich habe doch wesentlich mitgewirkt, der Demokratur der beiden Herren Adenauer und Strauß ein Ende zu machen.«

Die SPIEGEL-Affäre hat ihm durch die hochschnellende Auflage des Blattes ein Vermögen eingebracht. Sein Widersacher Franz-Josef Strauss hatte ihn reich gemacht.

In den darauffolgenden Jahren veröffentlichte der Publizist Augstein mehrere Bücher. In den 70er Jahre engagierte sich Augstein zeitweise auch politisch und war Abgeordenter der FDP in deutschen Bundestag.

1974 schenkte Augstein 50 Prozent des Unternehmens den Mitarbeitern des SPIEGEL.

Michail Gorbatschow 1988 führte Augstein mit dem damaligen Parteichef der KPdSU, Michail Gorbatschow ein Gespräch über dessen Politik der Perestroika.

Der Zeitzeuge und Chronist Rudolf Augstein veröffentlichte zahlreiche Bücher und Publikationen über die Zeitgeschichte.
Bekannt wurde er auch als Kolumnist durch die Veröffentlichung seiner SPIEGEL-Kommentare.

Am 26. August 2002 schrieb Augstein seinen letzten Kommentar im hauseigenen Presse-Organ.

Rudolf Augstein starb am 7. November 2002 in Hamburg an den Folgen einer Lungenentzündung. Seine lettze Ruhe fand er auf dem Friedhof der Severin-Kirche in Keitum, Sylt.