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Michail Gorbatschow
sowjetischer Staatsmann, Politiker und Reformer
(* 1931)

Michail Gorbatschow wurde am 2. März 1931 in Priwolnoje bei Stawropol im Nordkaukasusgebiet geboren.

Michail Gorbatschow ist ein bekannter sowjetischer Politiker des 20. Jahrhunderts. Er war Generalsekretär der KPdSU und Staatspräsident der Sowjetunion.

Er war ein politischer Hoffnungsträger, der für einen Wandel im Kommunismus stand. Der Reformkommunist verkörperte den Typus des neuen Sowjetführers mit eigener Reformpolitik. Der sowjetische Politiker gilt als der grösste Reformer der Politik der Sowjetunion und ein Wegbereiter der Demokratie. Michail Gorbatschow rüttelte am starren politischen Dogmatismus seiner Partei.

Michail Gorbatschow hatte den Mut und den Willen Reformen zu wagen, die Gesellschaft zu verändern und die Bevölkerung nicht zu fürchten, sondern auf sie zuzugehen.

Michail Gorbatschow trat während des Studiums 1952 in die Kommunistische Partei der Sowjetunion ein. 1971 wurde er Mitglied des Zentralkomitees der KPdSU. 1979 erfolgte der Eintritt in das Politbüro der KPdSU.

Seit 1984 pflegte er einen neuen Stil des offenen Umgangs mit Problemen. Im Dezember 1984 stellte Gorbatschow die Frage, ob die Sowjetunion noch als bedeutende und prosperierende Großmacht in das neue Jahrtausend eintreten kann. Ein Vierteljahr später war er Generalsekretär der KPdSU.

Am 11. März 1985 wurde Michail Gorbatschow mit Hilfe des KGB zum Generalsekretär der KPdSU gewählt. Er galt als neuer Hoffnungsträger der Partei und läutete einen Prozess ein, dessen Ende auch das Ende der Sowjetunion sein würde. Mit seiner Reformpoliltik verbanden sich große Hoffnungenauf einen Wandel.

Gorbatschow handelte aus der Einsicht, dass die marode Sowjetunion ohne Reformen nicht überlebensfähig ist und das Reformen unumgänglich sind.

Im Oktober 1985 stellte er sein Programm vor: Perestroika und Glasnost – eine Politik des Umbruchs und der Offenheit. Dazu zählten die Einführung marktwirtschaftlicher Elemente und eine neue Informationspolitik. Obwohl die Produktion mehr an der Nachfrage orientiert werden sollte, hielt die Versorgungsmisere in der Bevölkerung an.

1985 läutete er mit seiner Politik der »Perestroika und Glasnost« (Umbau und Offenheit) einen Prozess politischer und ökonomischer Veränderungen in der Sowjetunion ein. Lenin Er verkündete, dass die Sowjetunion die Breshnew-Doktrin, die den sozialistischen Ländern nur eine begrenzte Souveränität einräumte, aufgeben würde. Damit verbunden war die Erlaubnis, Demokratien einzuführen.
Durchgesetzt hat er das Recht auf Selbstbestimmung der Völker, das schon der Staatsgründer Lenin 1917 proklamiert hatte.

Der Reformer Gorbatschow hatte die Zeichen der Zeit erkannt und war von der Notwendigkeit von politischen Reformen für sein Land überzeugt. Durch die Umsetzung der Reformen sorgte er innenpolitisch für eine politische Umwälzung in seinem Land. Was als Reform der kommunistischen Strukturen gedacht war, hatte Folgen, die niemand abzusehen vermochte.

Gorbatschow leitete Reformen auf einem Wege ein, von dem er nicht wusste, wohin dieser Weg für sein Land letztlich führen würde. Sein Ziel war es nicht, die Sowjetunion zu zerschlagen, er trachtete vielmehr danach, die UdSSR in das 21. Jahrhundert als eine Weltmacht eintritt.

Mit seiner Politik läutete er ein Prozess ein, an dessen Ende die Selbstbestimmung der Völker der Föderation und die Auflösung der UdSSR lag. Doch seine politischen Reformen führten zu einem Zerfall der alten Sowjetmacht und des Sowjetreiches. Damit waren nicht alle Russen einverstanden.

Für die Länder des Ostblocks, die seiner Politik nicht folgen mochten, sah er keine Zukunft. Er trat dabei oft als Mahner vor den Folgen und Gefahren der politischen Umwälzungen auf.

Im Zuge des Prozesses von »Perestroika und Glasnost« galt Gorbatschow als einer der Wegbereiter und Befürworter der deutschen Wiedervereinigung. Mit seiner Hilfe und Einwilligung wurde die »Deutsche Einheit« im Jahr 1990 möglich.

Am 15. März 1990 wurde der Reformkommunist Michail Gorbatschow erneut zum Präsidenten der Sowjetunion gewählt. Der Mann, der fünf Jahr zuvor Generalsekretär der KPdSU wurde, schien damit mächtiger denn je - ein Trugschluß.

Für seinen Einsatz zur weltweiten Friedenssicherung wurde Michail Sergejewitsch Gorbatschow 1990 mit dem Friedensnobelpreis bedacht.

Im August 1991 erfolgte ein Putsch der Rechten und der Militärs in Moskau. Gorbatschow wurde auf der Ferieninsel Krim festgenommen. Drei Tage im August 1991 besiegelten das Ende von Gorbatschow und der Sowjetunion. Nach dem Putsch trat ein revolutionärer Politiker von der Weltbühne ab.

Doch nicht die Putschisten waren die Sieger dieses Machtkampfes, sondern der Landespräsident der Teilrepublik Russland Boris Jelzin. Bei seiner Rückkehr in Moskau nahm Boris Jelzin das Zepter in die Hand und entmachtete Gorbatschow.

Jelzin hatte als Protagonist das Volk gegen die Machthaber der alten Gewalten geführt, gegen die putschenden Chefs der Streitkräfte, der Geheimpolizei und der Regierung.
Nach dem gescheiterten Putsch übernahm der Protagonist Jelzin das Kommando. Jelzin verbot den Kommunismus auf dem gesamten Gebiet der UdSSR.

Über mein Land Mit dem neuen Vertrag über den zukünftigen Bund der Nachfolgerstaaten des Sowjetreiches hatte Gorbatschows letzte Stunde geschlagen. Am 25. Dezember 1991 trat Gorbatschow als letzter Staatspräsident der UdSSR zurück.

Spätere Versuche, in die Politik zurückzukehren, blieben erfolglos. Seit dem Tod seiner Frau Raissa 1999 lebt er zurückgezogen.

Heute sieht sich das ehemalige Staatsoberhaupt als Sozialdemokrat und kämpft mit der von ihm gegründten Umweltschutzorganisation "Green Cross International" für eine ökologische Zukunftsperspektive der Menschheit.

Mein Manifest für die Erde Sein für die Erde verfasstes Manifest nennt Gorbatschow "Erd-Charta". In dem Manifest formuliert er in 16 Geboten, was getan werden muss, um der Menschheit eine lebenswerte Zukunftsperspektive zu eröffnen. Jenseits der beiden gleichermaßen auf die Zerstörung der Umwelt angelegten Systeme des Kapitalismus und Kommunismus proklamiert er ein neues ökonomisches Nodell.

Aus der Position eines unabhängigen Mahners kritisiert Gorbatschow seine Heimat Russland genauso wie die USA, die sich heharrlich sperren, verbindlich anerkannte ökologische Standards umzusetzen.

In Europa ist der ehemalige sowjetische Generalsekretär der KPdSU und Staatschef immer noch ein tadelloser Sympathieträger und gern gesehener und gefragter Allzweck-Botschafter.

Im März 2009 griff Michail Gorbatschow, der ehemalige Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), die Partei »Einiges Russland« und ihren Vorsitzenden Wladimir Putin ungewöhnlich scharf an. Putins Partei bestehe laut Gorbatschow aus „Bürokraten und der schlimmsten Version der KPdSU“. Außerdem äußerte er, dass in Russland weder Parlament noch Justiz richtig frei seien.




  Michail Gorbatschows Vermächtnis


Im europäischen Ausland ist der letzte sowjetische Staatspräsident Gorbatschow wesentlich beliebter als in seiner Heimat.

Über 15 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion verbinden die Russen mit dem letzten Staatspräsidenten ihres Landes nur eins: die Zerschlagung des Kommunismus und den Untergang der UdSSR.

Unter Gorbatschows Nachfolger Boris Jelzins hat sich Russland als Staat definiert, der sich aus der sowjetischen Herrschaft befreit. Es war eine Gegenbewegung im Sinne einer nationalen Wiedergeburt - gegen Gorbatschow, die Sowjetunion und die kommunistische Partei.



    Gorbatschow-Bücher

Michael Gorbatschow. Sein Leben, seine Ideen, seine Visionen.
Gorbatschow. Mensch und Macht
von György Dalos
Michail Gorbatschow
Michail Gorbatschow
Über mein Land
Über mein Land.
Rußlands Weg ins
21. Jahrhundert
Mein Manifest für die Erde
Mein Manifest
für die
Erde



Internet

Michail Gorbatschow
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Zerstörer oder Held?-
Mythos Michail Gorbatschow


Michail Gorbatschow - Sueddeutsche.de
Michail Gorbatschow - SPIEGEL ONLINE
Michail Gorbatschow - ZEIT ONLINE



Gorbatschow. Mensch und Macht
Gorbatschow. Mensch und Macht

von György Dalos
Beck Verlag, 20. Januar 2011
288 Seiten,
ISBN 3406613403

Preis: 19,95 Euro



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