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Im Jahr 1957 erhielt er für sein erzählerisches, dramaturgisches, philosophisches und publizistisches Gesamtwerk den Nobelpreis für Literatur.

Albert Camus starb am 4. Januar 1960 in Villeblevin / Yonne in Frankreich bei einem tragischen Autounfall auf dem Weg nach Paris. Camus wollte eigentlich mit dem Zug nach Paris fahren, lies sich aber zur Autofahrt überreden und fand den Tod, als das Auto wegen eines geplatzten Reifens verunglückte - die Bahnfahrkarte in der Tasche.

Seine letzte Ruhestätte fand Camus in seinem letzten Wahlheimat Lourmarin im südfranzösischen Département Vaucluse .

Albert Camus
Albert Camus
französischer Schriftsteller und Philosoph
(1913 - 1960)

Albert Camus wurde am 7. November 1913 in Mondovi, westlich von Oran und östlich von Constantine, in Algerien als Sohn eines einfachen Landarbeiters geboren. Er ist der Sohn eines elsässischen Landarbeiters, Lucien Camus, und einer spanischen Magd. Der Vater fiel nur ein Jahr nach der Geburt des Sohnes in der Marne-Schlacht (1914). Die Witwe zog mit dem kleinen Albert und seinem älteren Bruder, sowie mit ihrer Mutter und einem Onkel Camus´ zusammen in eine kleine Wohnung, in ein Armenviertel der Hauptstadt Algier. Albert Camus wächst unter bescheidensten Umständen auf, liebt seine Heimat nichtsdestotrotz schon früh sehr zärtlich –Camus wird der nordafrikanischen Erde, wie auch den Menschen und deren Mentalität lebenslänglich die Treue halten. Seine Jugend verbrachte Camus in Belcourt, einem Stadtteil von Algier.

Albert Camus war ein bedeutender französischer Schriftsteller und Philosoph des 20. Jahrhunderts. Der schriftstellerische Philosoph war einer der bekanntesten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts und ein bedeutender Vertreter des Existentialismus.

Der französische Schriftsteller beeinflusste nach 1945 als Schlüsselfigur des Existenzialismus maßgeblich die Entwicklung des geistigen Lebens in Europa. Camus gilt als unbestechlicher Intellektueller, der auch heute noch als einer der größten Denker des 20. Jahrhunderts gefeiert wird.

Nach der absolvierten Grundschule begegnete er dem Lehrer Louis Germain, der an der Elementarschule unterrichtete und Camus ein Stipendium für das Gymnasium verschafft, welches er 1932 abschloss.

1932 begann Camus das Studium der Philosophie an der Universität Algier auf Anraten Jean Greniers, eines Lehrers und später engen Vertrauten. Kurz darauf heiratete der Student Simone Hie – die Ehe verlief jedoch äußerst unglücklich, so dass die Trennung kaum ein Jahr später erfolgte. Nach dem Studium der Philosophie war Camus Schauspieler und Bühnenautor und gehörte während des Zweiten Weltkrieges der französischen Widerstandsbewegung an, der er 1942 beitrat. Im Zweiten Weltkrieg war Camus einer der Führer der französischen Résistance.

1934 trat er der Kommunistischen Partei Algeriens bei und gründete im Jahr darauf das »Theater der Arbeit«. 1937 brach er nach zwie ahre der Mitgliedschaft mit der KP.
1938 entstand sein erstes Drama «Caligula», das 1945 uraufgeführt wurde. Camus zog 1940 nach Paris.

1940 verlies er Algier und ging als Redaktionssekretär der Zeitung »Paris soir« nach Paris, denn er wollte unbedingt schreiben. 1938 verlegte Camus´ Freund Charlot »Noces« (»Hochzeit des Lichts«), eine vierteilige „Ode“ an die Erde. Kurz darauf stellte der Dichter sein erstes Drama fertig, »Caligula«, welches jedoch erst 1945 in Paris seine Uraufführung erlebte. Camus arbeitete für den »Algier Républicain«, eine sozialistischen Zeitung, in der er, zusammen mit dem Herausgeber Pascal Pia, für menschenwürdigere Umstände kämpfte.

Alle Romane von Albert Camus spielen in Algerien. Camus Romane zeichnen sich durch eine kunstvolle Schilderung und Beschreibung der Landschaft, des Lichts, der Düfte und der Sterne aus.

Der Fremde Der Roman »Der Fremde« und der philosophische Essay »Der Mythos des Sisyphos« wurden 1942 veröffentlicht. Darin setzt sich Camus mit dem Sinnlosen und dem Absurden auseinander und erlangte erstmalig literarisches Ansehen. Camus wurde 1943 Mitbegründer der illegalen Zeitung "Combat". Ende 1943 arbeitete Camus als Lektor bei dem Verlag Gallimard und veröffentlichte den ersten "Brief an einen deutschen Freund".

Jean-Paul Sartre

1944 lernte Camus den Existentialisten Jean-Paul Sartre kennen, mit dem er bis 1952 freundschaftlich verkehrte. Erwähnenswert ist auch, daß Sartre Camus´ »Der Fremde« interpretierte und analysierte und somit wesentlich zu Erfolg und Berühmtheit des Werkes beiträgt. Die unterschiedliche politische Einstellung der beiden Philosophen, offenbart durch das Werk »L´Homme Révolté« (»Der Mensch in der Revolte«), führte 1952 zum Bruch der (fruchtbaren) Beziehung.

Er wurde früh sehr stark vom französischen Existenzialismus und von dem Philosophen Jean-Paul Satre geprägt, dessen Bekanntschaft er 1944 machte. Der Existenzialismus entsprach einem Lebensgefühl, das von der Erfahrung des Zweiten Weltkriegs, des politischen Widerstands in der Résistance und des Zerfalls traditioneller Wertordnungen und Orientierungen geprägt ist. Es fand seinen gedanklichen Ausdruck in einer besonderen Sensibilität für die Absurdität der menschlichen Existenz, die für diese Generation von Philosophen charakteristisch war.

Die gesellschaftliche Entwicklung begünstigte das Aufkommen des Existenzialismus. Die existentialistische Philosophie wurde in Frankreich in den dreißiger und vierziger Jahren durch die Arbeiten von Jean-Paul Sartre und der absurden existentialistischen Philosophie eines Albert Camus populär.

Der Mensch in der Revolte In den Nachkriegsjahren war er zusammen mit Jean-Paul Sartre - mit dem ihn kurze Zeit auch ein freundschaftliches Verhältnis verband - einer der Vordenker des Existentialismus. Sein bekanntestes philosophisches Werk aus dieser Zeit ist die Essay-Sammlung »Der Mensch in der Revolte« (1947-1951), die ihm neben viel Beifall auch vielerlei Polemik eintrug, nicht zuletzt die von Sartre, der ihm den Verrat linker Ideale vorwarf.

In den kommenden Jahren ist Camus vorwiegend journalistisch und am Theater tätig, erfüllt sich den Traum einer Griechenlandreise; seine Vorliebe zur art de vivre méditerrannée bleibt bis zu seinem Tod sein Ideal. »Der Fall« (»La Chute«) wurde 1956 herausgegeben, eines der bedeutendsten Werke seines Schaffens, 1957 »Das Exil und das Reich« (»L´Exil et le Royaume«), eine Novellensammlung.

Vollkommen überraschend erhielt Albert Camus am 17. Oktober 1957 den Nobelpreis für Literatur von der Schwedischen Akademie verliehen - zweifellos ein Höhepunkt seines Lebens und die Krönung seines Schaffens.
Das Drama »Die Besessenen« (»Les Possédes«), basierend auf Dostojewskis Roman »Dämonen«, stellte Camus 1959 fertig. Der Philosoph, erstmals finanziell abgesichert, kaufte sich ein Haus in der Provence und begann gleichzeitig mit der Arbeit an »Le Premier Homme« »Der Erste Mensch« – der Roman blieb jedoch unvollendet.

Camus betrieb philosophische Literatur und literarische Philosophie. Beispiele der philosophischen Literatur sind Werke wie »Der Fremde« und »Die Pest«, aber auch »Caligula« oder »Die Gerechten«. Werke der literarischen Philosophie sind »Der Mythos des Sisyphos« und »Der Mensch in der Revolte«.

Albert Camus

Sein literarisches Schaffen bewegt sich zwischen Dichtung und Essayistik auf der Grundlage einer Philosophie von der Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins und vom Versagen des Gewissens. Den Existenzialismus deutete er in eine Philosophie von der Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins.

Die Ausgangsposition von Camus Weltanschauung lautet: Es gibt keinen Gott. Die Existenz des Menschen ist sinnlos. Was dem Einzelnen in dieser Situation bleibt, ist die Revolte. Die "permanente Revolte" sah er als Weg zur Überwindung des Absurden an. Der Mensch muss in der Lage sein, die Last der Sinnlosigkeit zu ertragen, Selbstverantwortung übernehmen und nach Glück streben. Nur so wird er Herr seines Schicksals und kann der die Absurdität des Lebens überwinden.

Albert Camus

Camus Philosophie ist der Versuch, dem Leben durch bewußte Anerkennung des Absurden einen Sinn zu geben. In seinen Werken schildert die Verantwortung des Menschen in einer absurden Welt, d.h. in einer Welt, in der der Mensch ohne Gott, sich selbst überlassen ist.

Nach Camus lebt der Mensch in einer absurden Welt, welche ihm kein lebenswertes Dasein ermöglicht. Da diese Welt immer stärker als das Individuum ist, hat der Mensch auch keine Chance sich gegen dieses Schicksal aufzulehnen. Gegen die Absurdität des Lebens hilft nur die menschliche Solidarität.

Wie andere Vertreter des Existenzialismus, etwa Jean-Paul Sartre oder Simone de Beauvoir, formulierte Camus seine Philosophie nicht im Rahmen wissenschaftlicher Abhandlungen, sondern in Form von literarischen Werken. Es war sein griechisches »Sonnendenken«, das Camus schließlich über den genialen, viel gebildeteren und philosophisch brillanteren Sartre triumphieren ließ.

Camus war ein Revolutionär, der klar Position bezog gegen die Lager, den bolschewistischen Marxismus, gegen Lenins Interpretation von Marx, gegen den marxistisch-leninistischen Totalitarismus. Er bezog diese Postion im Namen der revolutionären Ziel der Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Würde und Menchlichkeit.

Camus war ein libertärer Denker. Er war ein Vertreter des Anarchismus, des Syndikalismus und einen libertären Sozialismus. Der engagierte Denker feierte die Kommune, den spanischen Anarchismus, den freiheitlichen Sozialismus, den Anarcho-Syndikalismus und die freiheitliche Tradition Frankreichs.

Neben seinen philosophischen Essays gehören vor allem die Romane »Die Pest«, »Der Fremde« und »Der Fall« zu seinen bekanntesten Werken.

Die Pest In seinem Roman »Die Pest« reicht die Revolte allein nun nicht mehr zur Sinngebung des Menschen aus. In ihrer scheinbar hoffnungslosen Situation und ihrem aussichtslosen Kampf dagegen finden die Menschen zur gegenseitigen Solidarität, zu Freundschaft und Liebe.

Neben seinen Dramen begründeten der Roman »Der Fremde« und der Essay »Der Mythos von Sisyphos« sein literarisches Ansehen. Sein Roman »Der Fremde« (»L'Étranger«) ist nach wie vor eines der meistverkauften Bücher der neueren französischen Literatur.

In seinem Roman »Der Fall« (1956) kritisierte Camus den oft heuchlerischen und oberflächlichen Charakter der menschlichen Beziehungen.

Camus bevorzugte im Algerienkrieg von 1954 bis 1962 eine friedliche Lösung - anders als Sarte, der eine radikale Position und wollte Gewalt durch Gewalt heilen.

Camus schwebte ein Mittelmeerisches Reich als friedliches Zusammenleben von Okzident und Orient als Konföderation und ideologiefreie Lösung vor.

Albert Camus







  Albert Camus und der Existenzialismus


Mit Existentialismus wird im allgemeinen Sinne die französische philosophische Strömung der Existenzphilosophie bezeichnet. Der Mensch ist als Mensch nicht zu erfassen, wenn nicht je von seiner eigenen individuellen Existenz ausgegangen wird.

Der Existenzialismus entsprach einem Lebensgefühl, das von der Erfahrung des Zweiten Weltkriegs, des politischen Widerstands in der Résistance und des Zerfalls traditioneller Wertordnungen und Orientierungen geprägt ist. Es findet seinen Ausdruck in einer besonderen Sensibilität für die Absurdität der menschlichen Existenz, die für diese Generation von Philosophen charakteristisch ist.

Der Fremde Obwohl Albert Camus sich selbst nicht zu den Vertretern des Existenzialismus zählte, steht sein Werk insbes. am Anfang dieser philosophischen Strömung jedoch sehr nahe. So würdigte Jean-Paul Sartre seinen Roman »Der Fremde« (1942) als wichtiges Werk für den Existentialismus.

Das philosophische Werk von Camus hat jedoch einen eigenständigen Charakter. Die Camus'sche Philosophie wird daher in Differenzierung zum Existenzialismus oft mit dem eigenen Titel "Philosophie des Absurden" gekennzeichnet. Dies erscheint gerechtfertigt, da insbesondere Camus Sicht der "Revolte" von der existentialistischen Philosophie abweicht, was schließlich auch zum Bruch mit Sartre führte.

Die zwei philosophischen Hauptwerke Camus sind die Essays »Der Mythos des Sisyphos« (»Le Mythe de Sisyphe«) (1944) und »Der Mensch in der Revolte« (»L'Homme révolté«) (1951).

Daneben kommt seine Philosophie jedoch auch in seinen Romanen und Bühnenstücken zum Tragen.




Albert Camus in Bildern und Dokumenten
Albert Camus in Bildern und Dokumenten

von Catherine Camus
Edition Olms, 1. Oktober 2010
224 Seiten,
ISBN 9783283011512

Preis: 49,95 Euro



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