Albert Camus-Biografie

Albert Camus
Albert Camus
französischer Schriftsteller und Philosoph
(1913 - 1960)

Albert Camus wurde am 7. November 1913 in Mondovi / Algerien geboren.

Albert Camus war ein bedeutender französischer Schriftsteller und Philosoph des 20. Jahrhunderts. Er war einer der bekanntesten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts und ein bedeutender Vertreter des Existentialismus.
Der französische Schriftsteller beeinflusste nach 1945 als Schlüsselfigur des Existenzialismus maßgeblich die Entwicklung des geistigen Lebens in Europa. Camus gilt als unbestechlicher Intellektueller, der auch heute noch als einer der größten Denker des 20. Jahrhunderts gefeiert wird.

Nach dem Studium der Philosophie war Camus Schauspieler und Bühnenautor und gehörte während des Zweiten Weltkrieges der französischen Widerstandsbewegung an, der er 1942 beitrat. Im Zweiten Weltkrieg war Camus einer der Führer der französischen Résistance.

Der Fremde Der Roman »Der Fremde« und der philosophische Essay »Der Mythos des Sisyphos« wurden 1942 veröffentlicht. Darin setzt sich Camus mit dem Sinnlosen und dem Absurden auseinander und erlangte erstmalig literarisches Ansehen. Camus wurde 1943 Mitbegründer der illegalen Zeitung "Combat". Ende 1943 arbeitete Camus als Lektor bei dem Verlag Gallimard und veröffentlichte den ersten "Brief an einen deutschen Freund".

Er wurde früh sehr stark vom französischen Existenzialismus und von dem Philosophen Jean-Paul Satre geprägt, Bekanntschaft er 1944 machte. Der Existenzialismus entsprach einem Lebensgefühl, das von der Erfahrung des Zweiten Weltkriegs, des politischen Widerstands in der Résistance und des Zerfalls traditioneller Wertordnungen und Orientierungen geprägt ist. Es findet seinen Ausdruck in einer besonderen Sensibilität für die Absurdität der menschlichen Existenz, die für diese Generation von Philosophen charakteristisch ist.

Der Mensch in der Revolte In den Nachkriegsjahren war er zusammen mit Jean-Paul Sartre - mit dem ihn kurze Zeit auch ein freundschaftliches Verhältnis verband - einer der Vordenker des Existentialismus. Sein bekanntestes philosophisches Werk aus dieser Zeit ist die Essay-Sammlung »Der Mensch in der Revolte« (1947-1951), die ihm neben viel Beifall auch vielerlei Polemik eintrug, nicht zuletzt die von Sartre, der ihm den Verrat linker Ideale vorwarf.

Sein literarisches Schaffen bewegt sich zwischen Dichtung und Essayistik auf der Grundlage einer Philosophie von der Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins und vom Versagen des Gewissens. Den Existenzialismus deutete er in eine Philosophie von der Sinnlosigkeit des menschlichen Daseins.

Die Ausgangsposition von Camus Weltanschauung lautet: Es gibt keinen Gott. Die Existenz des Menschen ist sinnlos. Was dem Einzelnen in dieser Situation bleibt, ist die Revolte. Die "permanente Revolte" sah er als Weg zur Überwindung des Absurden an. Der Mensch muss in der Lage sein, die Last der Sinnlosigkeit zu ertragen, Selbstverantwortung übernehmen und nach Glück streben. Nur so wird er Herr seines Schicksals und kann der die Absurdität des Lebens überwinden.

Camus Philosophie ist der Versuch, dem Leben durch bewußte Anerkennung des Absurden einen Sinn zu geben. In seinen Werken schildert die Verantwortung des Menschen in einer absurden Welt, d.h. in einer Welt, in der der Mensch ohne Gott, sich selbst überlassen ist.

Nach Camus lebt der Mensch in einer absurden Welt, welche ihm kein lebenswertes Dasein ermöglicht. Da diese Welt immer stärker als das Individuum ist, hat der Mensch auch keine Chance sich gegen dieses Schicksal aufzulehnen. Gegen die Absurdität des Lebens hilft nur die menschliche Solidarität.

Wie andere Vertreter des Existenzialismus, etwa Jean-Paul Sartre oder Simone de Beauvoir, formulierte Camus seine Philosophie nicht im Rahmen wissenschaftlicher Abhandlungen, sondern in Form von literarischen Werken. Es war sein griechisches »Sonnendenken«, das Camus schließlich über den genialen, viel gebildeteren und philosophisch brillanteren Sartre triumphieren ließ.

Neben seinen philosophischen Essays gehören vor allem die Romane »Die Pest«, »Der Fremde« und »Der Fall« zu seinen bekanntesten Werken.

Die Pest In seinem Roman »Die Pest« reicht die Revolte allein nun nicht mehr zur Sinngebung des Menschen aus. In ihrer scheinbar hoffnungslosen Situation und ihrem aussichtslosen Kampf dagegen finden die Menschen zur gegenseitigen Solidarität, zu Freundschaft und Liebe.

Sein Roman »Der Fremde« (»L'Étranger«) ist nach wie vor eines der meistverkauften Bücher der neueren französischen Literatur.

In seinem Roman »Der Fall« (1956) kritisiert Camus den oft heuchlerischen und oberflächlichen Charakter der menschlichen Beziehungen.

1957 erhielt er für sein erzählerisches, dramaturgisches, philosophisches und publizistisches Gesamtwerk den Nobelpreis für Literatur.

Albert Camus starb am 4. Januar 1960 in Villeblevin / Yonne in Frankreich bei einem tragischen Autounfall auf dem Weg nach Paris. Er wollte mit dem Zug fahren, lies sich aber zur Autofahrt überreden und fand den Tod, als das Auto in Folge eines geplatzten Reifens verunglückte - die Bahnfahrkarte in der Tasche.

Begraben ist er in seinem Heimatort Lourmarin im südfranzösischen Département Vaucluse in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.




   Albert Camus-Werke

Der Fremde
Der Fremde
Die Pest
Die Pest
Der Fall
Der Fall
Der glückliche Tod
Der glück
liche Tod
Der erste Mensch
Der erste
Mensch
Der Mensch in der Revolte

Der Mensch in
der Revolte



  Albert Camus und der Existenzialismus


Mit Existentialismus wird im allgemeinen Sinne die französische philosophische Strömung der Existenzphilosophie bezeichnet. Der Mensch ist als Mensch nicht zu erfassen, wenn nicht je von seiner eigenen individuellen Existenz ausgegangen wird.

Der Existenzialismus entsprach einem Lebensgefühl, das von der Erfahrung des Zweiten Weltkriegs, des politischen Widerstands in der Résistance und des Zerfalls traditioneller Wertordnungen und Orientierungen geprägt ist. Es findet seinen Ausdruck in einer besonderen Sensibilität für die Absurdität der menschlichen Existenz, die für diese Generation von Philosophen charakteristisch ist.

Der Fremde Obwohl Albert Camus sich selbst nicht zu den Vertretern des Existenzialismus zählte, steht sein Werk insbes. am Anfang dieser philosophischen Strömung jedoch sehr nahe. So würdigte Jean-Paul Sartre seinen Roman »Der Fremde« (1942) als wichtiges Werk für den Existentialismus.

Das philosophische Werk von Camus hat jedoch einen eigenständigen Charakter. Die Camus'sche Philosophie wird daher in Differenzierung zum Existenzialismus oft mit dem eigenen Titel "Philosophie des Absurden" gekennzeichnet. Dies erscheint gerechtfertigt, da insbesondere Camus Sicht der "Revolte" von der existentialistischen Philosophie abweicht, was schließlich auch zum Bruch mit Sartre führte.

Die zwei philosophischen Hauptwerke Camus sind die Essays »Der Mythos des Sisyphos« (»Le Mythe de Sisyphe«) (1944) und »Der Mensch in der Revolte« (»L'Homme révolté«) (1951).

Daneben kommt seine Philosophie jedoch auch in seinen Romanen und Bühnenstücken zum Tragen.




Albert Camus in Bildern und Dokumenten
Albert Camus in Bildern und Dokumenten

von Catherine Camus
Edition Olms, 1. Oktober 2010
224 Seiten,
ISBN 9783283011512

Preis: 49,95 Euro



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