Ralf Dahrendorf-Biografie

Ralf Dahrendorf
Ralf Dahrendorf
deutsch-britischer Ökonom und Soziologe (1929 - 2009)

Ralf Gustav Dahrendorf wurde am 1. Mai 1929 als Sohn des Genossenschafters und SPD-Reichstagsabgeordneten Gustav Dahrendorf in Hamburg geboren.

Sein Vater war in der Weimarer Republik sozialdemokratischer Politiker, im Dritten Reich engagierte er sich im Umkreis der Widerständler des 20. Juli.

Ralf Dahrendorf war ein deutsch-britischer Sozialwissenschaftler und Professor der Soziologie, Politiker und Publizist. Er galt als wichtigste intellektuelle Stimme des politische Liberalismus in Deutschland und einer der wichtigsten Vertreter einer liberalen Gesellschafts- und Staatstheorie und hat die Entwicklung der deutschen Nachkriegssoziologie maßgeblich geprägt. Dahrendorf war ein Vordenker liberaler Gesellschaften und ein leidenschaftlich-liberaler Denker.

Nach dem Krieg schlug der Autor den Pfad der Wissenschaft ein: Mit 28 Jahren war er bereits Professor für Soziologie in Hamburg, später berief man ihn zum Direktor der renommierten London School of Economics. Je gründlicher er die Realität analysierte, desto größer wurde die Verlockung, diese auch aktiv zu gestalten. Als Staatssekretär unter Bundesaußenminister Walter Scheel, schließlich als EG-Kommissar und dann als Lord im britischen Oberhaus hatte er reichlich Gelegenheit dazu.

Ralf Dahrendorf Dahrendorf bekleidete in seiner Laufbahn viele wissenschaftliche und politische Ämter. Er war Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Mitglied des Deutschen Bundestages, parlamentarischer Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Mitglied der Europäischen Kommission und Direktor der London School of Economics and Political Science.

Das Buch »Homo sociologicus« bietet erstmalig eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte und Bedeutung der Kategorie sozialen Handelns. Hierfür setzt Dahrendorf den in angelsächsischen Wissenschaftskreisen bereits geläufigen Begriff der »sozialen Rolle« ein.
Als Begleitung auf der Suche nach den Schlüsselbegriffen der Soziologie führt Dahrendorf das Konstrukt des Homo sociologicus ein, anhand dessen er erklärt, wie die Gesellschaft den Einzelnen prägt, und zeigt die Grenzen dieser Prägung auf.

Bekannt wurde Dahrendorf auch durch öffentliche Diskussionen mit den Protagonisten der 68er-Bewegung wie z.B. Rudi Dutschke.

In den 60er Jahren war Ralf Dahrendorf als liberaler Politiker tätig und übte ein politisches Mandat aus. 1968 zog Dahrendorf für die Liberalen als Abgeordneter in den Landtag von Baden-Württemberg ein, doch legte er am 28. Oktober 1969 sein Mandat wieder nieder, als er gleichfalls für die Liberalen in den Deutschen Bundestag einzog, den er aber bereits am 25. August 1970 wieder verließ.

Er amtierte in jener Zeit auch kurzzeitig in der ersten Regierung Brandt als Parlamentarischer Staatssekretär im Auswärtigen Amt, bevor er 1970 als Kommissar für Außenbeziehungen und Außenhandel in die EG-Kommission Malfatti nach Brüssel wechselte.

In der Kommission Ortoli war er bis zu seinem Rücktritt 1974 für Forschung, Wissenschaft und Bildung zuständig.

1974 kehrte Dahrendorf in die Wissenschaft zurück und leitete bis 1984 die renommierte London School of Economics.

Von 1984 bis 1986 lehrte er an der Universität Konstanz, und 1986-1987 an der Russell Sage Foundation in New York.

Von 1987 bis 1997 war er Rektor des St. Antony's College in Oxford und von 1991 bis 1997 zudem Prorektor der dortigen Universität.

1988 nahm er die britische Staatsbürgerschaft an. Für seine Verdienste wurde er von Königin Elisabeth II. zunächst zum Sir (Ritter) und 1993 zu einem "Life Peer als Baron Dahrendorf of Clare Market" in der City of Westminster erhoben.

Seit Januar 2005 war er Forschungsprofessor am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.
Ralf Dahrendorf war Mitbegründer der Universität Konstanz.

Ralf Dahrendorf gilt als einer der einflußreichsten Publizisten. Als zeitkritischer Intellektueller veröffentlichte er viele Publikationen, darunter über die Zeit nach 1989 und über Europa.

Ralf Dahrendorf Am Ende seines Lebens begann Dahrendorf, sich um moralischen Grundlagen der parlamentarischen Demokratie zu sorgen und staatsbürgerliches Pflichtbewusstsein zu fordern. Und noch im Ruhestand beteiligte er sich an der politischen Diskussion.

Der liberale Weltbürger und Homo Sociologicus Ralf Dahrendorf starb am 17. Juni 2009 im Alter von 80 Jahren in Köln nach langer Krankheit.

Mit dem Tod von Ralf Dahrendorf verlor der politische Liberalismus in Deutschland seine wichtigste intellektuelle Stimme.



    Ralf Dahrendorf-Werke

Über Grenzen. Lebenserinnerungen
Über Grenzen.
Lebenserin-
nerungen
Versuchungen der Unfreiheit
Versuchungen
der Unfreiheit
Auf der Suche nach einer neuen Ordnung
Auf der Suche
nach einer
neuen Ordnung
Die Krisen der Demokratie. Ein Gespräch.
Die Krisen
der Demokratie
Homo Sociologicus
Homo Socio-
logicus



[   Ralf Dahrendorf-Zitate   ]




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