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Johann Gottlieb Fichte
Johann Gottlieb Fichte
deutscher Philosoph (1762 - 1814)

Johann Gottlieb Fichte wurde am 19. Mai 1762 in Rammenau in der Oberlausitz als Sohn eines Webers geboren.

Fichte gilt als einer der bedeutendsten deutschen Philosophen und als Vertreter des deutschen Idealismus. In der Entwicklung der Geistesgeschichte der Philosophie des Idealismus vollzog sich der klassische Dreischritt Kant - Fichte - Hegel.

Johann Gottlieb Fichte gilt als Vater des Idealismus. Er war ein kämpferischer Humanist und Verächter feudalreaktionärer Verhältnisse.

Er studierte zunächst Theologie und war als Hauslehrer tätig, bevor er 1770 von der Philosophie Immanuel Kants beeinflusst wurde und sein weiteres Wirken selbst der Philosophie widmete. In Leipzig lernte Fichte 1790 die Philosophie Immanuel Kants kennen, die ihn stark beeindruckte. Kant inspirierte ihn zu seiner am Begriff des Ich ausgerichteten Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre. Fichte sah eine rigorose und systematische Einteilung zwischen den „Dingen, wie sie sind“ und „wie die Dinge erscheinen“ (Phänomene) als eine Einladung zum Skeptizismus, den er verwarf.

Fichte erhielt zunächst eine Professur in Jena, später in Tübingen und wurde 1810 zum ersten Rektor der neugegründeten Berliner Universität gewählt. Zum Wintersemester 1810/11 übernahm er das Amt des Dekans der philosophischen Fakultät. Sie war ihrem Anspruch nach die wichtigste, weil universelle Fakultät. Im Juli 1811 wählte der Senat ihn zum Rektor. Er war an der Universität Hegels Vorgänger.

Fichte lehrte von 1794 bis 1799 in Jena und war schon eine bekannte Größe als er an die Universität nach Jena ging. Seine Parteinahme für die Französische Revolution und seine unbestechliche Haltung im sogenannten »Atheismusstreit« kosteten ihn seinen Lehrstuhl in Jena.

Zum Wintersemester 1810/11 übernahm er das Amt des Dekans der philosophischen Fakultät. Sie war ihrem Anspruch nach die wichtigste, weil universelle Fakultät. Im Juli 1811 wählte der Senat ihn zum Rektor.

Fichte gilt als philosophischer Vertreter des deutschen Idealismus. In der Entwicklung der Geistesgeschichte der Philosophie des Idealismus vollzog sich der klassische Dreischritt Kant - Fichte - Hegel.

Fichte ging es um die praktische Umsetzung seiner Philosophie, weshalb er die Errichtung eines lückenlosen philosophischen Systems als zweitrangig erachtete. Im Vordergrund stand für ihn die Verständlichkeit seiner Lehre. Er vertrat ein positives Menschenbild und ging davon aus, dass in jedem Menschen – und nicht nur im Gelehrten – der Grund echter Selbsterkenntnis (und damit auch Gotteserkenntnis) gelegt ist und der Philosoph lediglich auf diese verweisen muss.

Immanuel Kant

Fichte knüpfte unmittelbar an Kant an und widmete sich rein menschlich, einer auf dem Ich fundierten Theorie von Erkenntnis. Das Ich (= die schöpferische menschliche Persönlichkeit) schafft sich mit Hilfe der schöpferischen Phantasie das Nicht-Ich (= Außen-/Umwelt), an dem es sich sittlich betätigen kann. Das Nicht-Ich ist daher nichts Fremdes, sondern eine Schöpfung des Ich.

Bei dem Versuch, Kant zu vertiefen, entwickelte er eine »Wissenschaftslehre«, mit der er nie fertig werden sollte. In der »Wissenschaftslehre« hatte Fichte das von Kant initiierte Modell einer Selbstbegründung der wissenden Vernunft weiter radikalisiert, indem er der Ichheit ein Nicht-Ich entgegensetzte, an dem sich das Ich definiert und abarbeitet, um seine Freiheit zu erhalten. Fichte betrieb Philosophie als Wissenschaftslehre. Er stellte das "Ich" in das Zentrum seiner Wissenschaftslehre, das schöpferisch sich selbst setzt und durch Pflichterfüllung nach Vollkommenheit strebt.

Fichte erhob das Ich zum Subjekt der Erkenntnis und hat als Philosoph die Subjektivität zum Maßstab erhoben und philosophierte über das absolute Ich. Er lehrte, daß die Welt ausschließlich die von unserem Ich produzierte Vorstellung ist, indem das Ich den subjektiven, objektven und absoluten Schöpfergeist zusammenfasst.

Johann Gottlieb Fichte

Für Fichte war die Philosophie eine Analyse der Freiheit. Aus ihr würden alle anderen Naturbegriffe abgeleitet. Die Freiheit gehe allem Sein voraus, sie mache sich selbst, sie sei absolute Reflexion und ihr Wesen sei der Akt. Sie bedeute also dasselbe wie Bewusstsein und stehe daher der Notwendigkeit nicht entgegen. So kämen auch Handlungen zustande, die aus dem Gewissen, also dem Bewusstsein, entspringend aus einem Naturtrieb, nicht erklärbar wären. Damit wurde Freiheit zum Ursprung des Sittengesetzes.

Fichtes Schrift »Die Bestimmung des Menschen«, ein Gespräch über Ich und Geist, über Zweifel, Wissen, Glauben, erschien 1800 in der Vossischen Buchhandlung in Berlin.

Fichte war nicht nur als begeisternder Redner und skandalerprobter Autor für das Amt des Rektors bestens gerüstet. Über die Bestimmung des Gelehrten und das Wesen akademischer Freiheit hatte er seit seinen Tagen in Jena (1794 - 1799) vielfach nachgedacht.

Fichte war ein Philosoph der Freiheit. Zentrales philosophisches Problem war ihm die Freiheit. In seinem Hauptwerk, der Wissenschaftslehre, unternahm er den Versuch, die Möglichkeiten menschlicher Freiheit systematisch aufzuzeigen.

Seine Parteinahme für die Französische Revolution und seine unbestechliche Haltung im sogenannten »Atheismusstreit« kosteten ihn seinen Lehrstuhl in Jena. Fichte war jedoch nicht nur Philosoph und Gelehrter. Er war auch ein politisch engagierter Schriftsteller und Redner. Theorie war ihm nicht genug. Er verstand sich selbst hauptsächlich als ein Mann der Praxis.

Courage zeigte der Sohn eines Webers, als er 1807/08 in Berlin, das von französischen Truppen besetzt worden war, seine »Reden an die deutsche Nation« hielt. In seinen »Reden an die deutsche Nation« verordnete er der von Napoleon Geschlagenen und Geteilten eine Wiedergeburt durch Bildung.

Der Vertreter des deutschen Idealismus Johann Gottlieb Fichte starb am 29. Januar 1814 in Berlin.

Philosophie




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Internet

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Fichte-Biografie - Preussen Chronik
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