Rolf Hochhuth-Biografie

Rolf Hochhuth
deutscher Schriftsteller und Dramatiker (* 1931)

Rolf Hochhuth wurde am 1. April 1931 als Sohn eines Schuhfabrikanten in Eschwege geboren.

Rolf Hochhuth ist ein deutscher Schriftsteller, Bühnenautor und Dramatiker des 20. Jahrhunderts.

Hochhuth gilt als moderner Dramatiker und war ein maßgeblicher Anreger des Dokumentartheaters. Der literarische Provokateur setzt sich ebenso streitbar wie versiert mit der NS-Vergangenheit und mit aktuellen politischen und sozialen Fragestellungen auseinander. Dabei stellt er Personen der Zeitgeschichte innerhalb der gut recherchierten Zeitumstände dar und verbindet sie mit erfundenen Figuren.

In seinen zeitgeschichtlichen Dramen behandelt der Bühnenautor und streitbare Theatermann, der sich nicht als Moralist verstanden sein wollte, die Verstrickung der katholischen Kirche im Dritten Reich.

Rolf Hochhuth steht für eie Politisierung des Theaters im Nachkriegsdeutschland. Die Frage, ob von der Literatur politische Wirkung ausgeht oder nicht, hat das Werk Rolf Hochhuths eindeutig beantwortet. Bereits sein Erstlingswerk, das Theaterstück »Der Stellvertreter«, liefert politischen Sprengstoff.

Der damals 31-jährige betritt am 20. Februar 1963 mit einem Paukenschlag die Bühne der Öffentlichkeit, sein Stück kündigt die Restauration des Nachkriegs-Deutschland auf und rüttelt die Adenauer-Ära aus ihrem Wirtschafts-Wunder-Dornröschenschlaf.

Stellvertreter Der Stellvertreter Sein erstes Stück ist eine furiose Bühnenanklage gegen Papst Pius XII., seine Rolle und die seiner Kirche wührend der Herrschaft des Nationalsozialismus. Als sein bekanntestes Drama gilt das umstrittene aufklärerische Stück »Der Stellvertreter« (1963). Hochhuths Vorwurf: Die katholische Kirche habe im Angesicht des Holocaust allzu viel Schuld auf sich geladen.

Mit seinem ersten großen Theaterstück, das sich erstmals kritisch mit der Haltung des Papstes Pius XII. gegenüber dem Holocaust befasste, erregte der junge Dramatiker im Alter von 32 Jahren grosses Aufsehen.

Das in freien Stücken geschriebene Drama setzt sich mit der Haltung des Papstes Pius XII. zur Endlösung der Judenfrage im Dritten Reich ausseinander. Der Autor wählte damit ein Thema, das auf die Verfehlungen zwischen Kirche, Wirtschaft und Politik verweist und das seine Brisanz sowohl aus dem geringen historischen Abstand als auch der Erschütterung der Autoriität, die der Papst als moralische Instanz genoß.
Nach dem Erfolg des Stückes siedelte er gleich nach Basel über und hinaus aus den erhitzten Land.

Dem Drama bleibt Hochhuth auch später treu, denn nur dem Drama traut er zu, die unbedingt erforderliche Vergegenwärtigung von Geschehen und Geschichte zur fühlbaren Realität zu vollbringen. In seinen nächsten Stücken wendete er sich der Gegenwart zu, aber mit eher mäßigem Erfolg.

Soldaten, Nekrolog auf Genf In den »Soldaten« geht es um den totalen Luftkrieg, den England gegen Deutschland führt. Der Figur Winston Churchills fällt dabei eine ähnliche Rolle zu wie dem Papst im »Stellvertreter«.

»Wessis in Weimar« (1993), Hochhuths Stück zur deutschen Wiedervereinigung, handelt von einem alten Bauernpaar, das die Treuhand mit hinterlistiger Juristerei von Haus und Hof jagt und das daraufhin den Freitod wählt.

»McKinsey kommt« (2004) setzt sich mit der massenhaften Freisetzung von Arbeitskräften in der deutschen Wirtschaft auseinander.

Die Berliner Antigone. Erzählungen und Gedichte Wie viele Dramatiker des 20. Jahrhunderts beschäftigte sich auch Rolf Hochhuth mit klassischen Dramen aus der griechischen Antike, wie der »Antigone«, der er ein eigenes Drama widmete.

Die Tochter des unglücklichen Ödipus gilt in Sophokles' Tragödie als ideale Vertreterin der "abendländischen Humanität" in ihrem Widerstand gegen eine unmenschliche Staatsräson.

1978 machte er die Tätigkeit des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Filbinger publik, der in der NS-Zeit als Marinerichter an Todesurteilen gegen Soldaten mitgewirkt hatte.

Eine Liebe in Deutschland In seiner 1978 erschienenen Erzählung »Eine Liebe in Deutschland« und dem im darauffolgenden Jahr entstandenen Theaterstück »Juristen« spürte er der Rolle früherer Nazi-Richter in der Bundesrepublik nach.
Hochhuth hatte durch die Veröffentlichung von Dokumenten über Filbingers Beteiligung an mehreren Todesurteilen gegen deutsche Soldaten im Zweiten Weltkrieg einen nicht geringen Anteil an Filbingers Rücktritt.

Hochhuth sorgt auch im Alter noch für reichlich 'Theater". Hochhuth ist Eigentümer der ehemaligen Brecht-Bühne »Berliner Ensemble«. Für Schlagzeilen sorgte der streitbare Dramatiker duch sein Zerwürfnis mit Intendant Claus Peymann über die vertraglich geregelte Sommmerbespielung des Berliner Ensemble-Theaters.



    Rolf Hochhuth-Werke

Rolf Hochhuth Lesebuch
Rolf Hochhuth Lesebuch
Der Stellvertreter

Der Stellvertreter
Soldaten. Nekrolog auf Genf
Soldaten
Nekrolog auf Genf
Alan Turing
Alain Turing
Wessis in Weimar
Wessis in Weimar
Eine Liebe in Deutschland

Eine Liebe in Deutschland
Neue Dramen
Neue Dramen



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