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Rolf Hochhuth
deutscher Schriftsteller und Dramatiker (1931 - 2020)

Rolf Hochhuth wurde am 1. April 1931 als Sohn eines Schuhfabrikanten in Eschwege geboren.

Rolf Hochhuth (1931 - 2020) war ein deutscher Schriftsteller, Bühnenautor und Dramatiker des 20. Jahrhunderts und ein streitbarer Zeitgenosse, der keinem Streit aus dem Wege ging. Der Dramatiker war ein Moralist, kritischer Aufklärer und Unruhestifter im beschaulichen Kulturbetrieb der Adenauer-Zeit und auch der Zeit danach.

Er absolvierte eine Lehre zum Buchhändler und trat 1955 als Lektor in den Bertelsmann-Verlag ein. Sechs Jahre später erschien mit "Der Stellvertreter" sein erstes Stück.

Hochhuth gilt als moderner Dramatiker und war ein maßgeblicher Anreger und bedeutender Vertreter des Dokumentartheaters. Er war ein politischer Künstler mit feinem Gespür für die Themen der Zeit. Der zeitgenössiche Provokateur setzte sich ebenso streitbar wie versiert mit der NS-Vergangenheit und mit aktuellen politischen und sozialen Fragestellungen auseinander. Seine Arbeit trug maßgeblich dazu bei, die Zeit des Nationalsozialismus zu verarbeiten. Dabei stellte er Personen der Zeitgeschichte innerhalb der gut recherchierten Zeitumstände dar und verband sie mit erfundenen Figuren.

In seinen zeitgeschichtlichen Dramen behandelte der Bühnenautor und streitbare Theatermann, der sich nicht als Moralist verstanden sein wollte, die Verstrickung der katholischen Kirche im Dritten Reich.

Rolf Hochhuth steht für eie Politisierung des Theaters im Nachkriegsdeutschland. Die Frage, ob von der Literatur politische Wirkung ausgeht oder nicht, hat das Werk Rolf Hochhuths eindeutig beantwortet. Bereits sein Erstlingswerk, das Theaterstück »Der Stellvertreter«, lieferte 1963 politischen Sprengstoff. Das Werk löste einen Skandal aus und machte Hochhuth auch international bekannt. Ab 1963 arbeitete Hochhuth als freier Autor.

Die Karriere des politischen Künstlers begann mit einem Skandal. Der damals 31-jährige betritt am 20. Februar 1963 mit einem Paukenschlag die Bühne der Öffentlichkeit, sein Stück kündigt die Restauration des Nachkriegs-Deutschland auf und rüttelt die Adenauer-Ära aus ihrem Wirtschafts-Wunder-Dornröschenschlaf.

Stellvertreter Der Stellvertreter Sein erstes Stück ist eine furiose Bühnenanklage gegen Papst Pius XII., seine Rolle und die seiner Kirche wührend der Herrschaft des Nationalsozialismus. Als sein bekanntestes Drama gilt das umstrittene aufklärerische Stück »Der Stellvertreter« (1963). Hochhuths Vorwurf: Die katholische Kirche habe im Angesicht des Holocaust allzu viel Schuld auf sich geladen.

Mit seinem ersten großen Theaterstück, das sich erstmals kritisch mit der Haltung des Papstes Pius XII. gegenüber dem Holocaust befasste, erregte der junge Dramatiker Rolf Hochhuth im Alter von 32 Jahren grosses Aufsehen.

Das in freien Stücken geschriebene Drama setzt sich mit der Haltung des Papstes Pius XII. zur Endlösung der Judenfrage im Dritten Reich ausseinander. Der Autor wählte damit ein Thema, das auf die Verfehlungen zwischen Kirche, Wirtschaft und Politik verweist und das seine Brisanz sowohl aus dem geringen historischen Abstand als auch der Erschütterung der Autoriität, die der Papst als moralische Instanz genoß.

Die West-Berliner Uraufführung des Theaterstückes »Der Stellvertreter« am 20. Februar 1963, für die der Rowohlt-Verlag den als Regisseur des politischen Theaters bekannt gewordenen Erwin Piscator gewinnen konnte, löste die bis dahin größte Theaterdebatte der Bundesrepublik Deutschland aus („Stellvertreter-Debatte“). Auch international sorgte Hochhuths Erstling für großes Aufsehen. Das Stück führte in anderen europäischen Ländern zu Tumulten während und nach Aufführungen.
Nach dem Erfolg des Stückes siedelte er nach Basel über und hinaus aus den erhitzten Land.

Dem Drama bleibt Hochhuth auch später treu, denn nur dem Drama traut er zu, die unbedingt erforderliche Vergegenwärtigung von Geschehen und Geschichte zur fühlbaren Realität zu vollbringen. In seinen nächsten Stücken wendete er sich der Gegenwart zu, aber mit eher mäßigem Erfolg.

Soldaten, Nekrolog auf Genf In den »Soldaten« geht es um den totalen Luftkrieg, den England gegen Deutschland führt. Der Figur Winston Churchills fällt dabei eine ähnliche Rolle zu wie dem Papst im »Stellvertreter«.

»Wessis in Weimar« (1993), Hochhuths Stück zur deutschen Wiedervereinigung, handelt von einem alten Bauernpaar, das die Treuhand mit hinterlistiger Juristerei von Haus und Hof jagt und das daraufhin den Freitod wählt.

»McKinsey kommt« (2004) setzt sich mit der massenhaften Freisetzung von Arbeitskräften in der deutschen Wirtschaft auseinander.

Die Berliner Antigone. Erzählungen und Gedichte Wie viele Dramatiker des 20. Jahrhunderts beschäftigte sich auch Rolf Hochhuth mit klassischen Dramen aus der griechischen Antike, wie der »Antigone«, der er ein eigenes Drama widmete.

Die Tochter des unglücklichen Ödipus gilt in Sophokles' Tragödie als ideale Vertreterin der "abendländischen Humanität" in ihrem Widerstand gegen eine unmenschliche Staatsräson.

1978 machte er die Tätigkeit des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Filbinger publik, der in der NS-Zeit als Marinerichter an Todesurteilen gegen Soldaten mitgewirkt hatte.

Eine Liebe in Deutschland Rolf Hochhuth blieb sich in den Folgenjahre und seinen nächsten Theaterstücken seiner gesellschaftskritischen Linie treu. Mit seiner Erzählung »Eine Liebe in Deutschland« (1978) löste Hochhuth eine Diskussion um den Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger und dessen Vergangenheit als NS-Richter aus, in deren Folge Filbinger zurücktreten musste. Hochhuth verarbeite den Stoff auch in dem Theaterstück »Die Juristen«.

Hochhuth hatte durch die Veröffentlichung von Dokumenten über Filbingers Beteiligung an mehreren Todesurteilen gegen deutsche Soldaten im Zweiten Weltkrieg einen nicht geringen Anteil an Filbingers Rücktritt.

Hochhuth sorgte auch im Alter noch für reichlich 'Theater". Hochhuth ist Eigentümer der ehemaligen Brecht-Bühne »Berliner Ensemble«. Über die nach seiner Mutter benannten Ilse-Holzapfel-Stiftung war Hochhuth seit den 1990er Jahren Eigentümer des Berliner Theaters am Schiffbauerdamm, das er an die Berliner Kulturverwaltung vermietet hat, deren Untermieter das Berliner Ensemble ist. Wegen verschiedener Vertragsklauseln kam es immer wieder zu Konflikten zwischen Hochhuth, der Stadt Berlin und den Intendanten des Berliner Ensembles, allen voran Claus Peymann in den Jahren 1999 bis 2017. Für Schlagzeilen sorgte der streitbare Dramatiker duch sein Zerwürfnis mit Intendant Claus Peymann über die vertraglich geregelte Sommmerbespielung des Berliner Ensemble-Theaters.

Der politische Schriftsteller Hochhuth war Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland, der Akademie der Künste in Berlin (seit 1986), der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München (seit 1989) und der Freien Akademie der Künste Hamburg (seit 2004). Er hatte mehrfach Gastdozentenstellen für Poetik an Universitäten inne - darunter 1996 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Rolf Hochhuth starb im Alter von 89 Jahren am 13. Mai 2020 in Berlin.



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Wessis in Weimar
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Eine Liebe in Deutschland

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