Dietrich Bonhoeffer-Biografie

Dietrich Bonhoeffer
evangelisch-lutheranischer Theologe (1906 - 1945)

Dietrich Bonhoeffer wurde am 6. Februar 1906 in Breslau als Sohn eines renommierten Psychiaters und Neurologen geboren.

Dietrich Bonhoeffer war ein bedeutender evangelisch-lutheranischer Theologe des 20. Jahrhunderts und überzeugter NS-Widerstandskämpfer.
Er war ein charismatischer Theologe und ein leidenschaftlicher Widerständler gegen den Nationalsozialismus.

Bonhoeffer studierte evangelische Theologie in Tübingen, Rom und Berlin und verbrachte zwei Jahre in Barcelona und ein Jahr in New York. Bereits mit 25 Jahren habilitierte er und arbeitete als Privatdozent und Pfarrer.
Die Nazis waren ihm von Anfang an ein Dorn im Auge. Bereits zwei Tage nach der Machtergreifung kritisierte Bonhoeffer in einer Rundfunkansprache den Personenkult um Adolf Hitler. Die Nationalsozialisten brachen seine Rede ab.

Der Theologe zeigte auf, wie man auch durch Nichtstun sich moralisch schuldig machen kann.

Als die Gestapo 1940 sein Predigerseminar schließt und Bonhoeffer mit einem Rede- und Schreibverbot belegte, begann sein Doppelleben: Durch seinen Schwager Hans von Dohnanyi wusste er von den Putschplänen innerhalb des militärischen Geheimdienstes. Er wurde Agent der Spionage-Abwehr, weihte aber im Ausland kirchliche Mittelsmänner in die Putschpläne ein. Entsetzt über den Aufstieg der Nazis, setzte er seine Glaubensgrundsätze in die Praxis um. Als Kurier übermittelte er bis 1943 Nachrichten für den Widerstand um Admiral Canaris.

Am 5. April 1943 wurde er als politischer Häftling in das Militärgefängnis Berlin-Tegel eingeliefert.
Den Grund für seine Verhaftung erfährt Bonhoeffer erst ein halbes Jahr später. Es sind seine Kontakte zu Regimegegnern und zum Ausland: Als Geheimagent der Abwehr hat er Freunde aus der Ökumene über die Aktivitäten des deutschen Widerstands informiert.

Als das Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 scheiterte, flog er auf. Unter einem Vorwand wurde Bonhoeffer am 5. April 1943 von der Gestapo verhaftet. Seine Gebete und Texte aus der Haft zeugen von einem tiefen, gläubigen Vertrauen in aller Angst und Verlassenheit.

Bonhoeffer führte im Gefängnis ein Leben zwischen Hoffnung und Todesangst.
Man müsse heute in der Welt leben, "als ob es Gott nicht gäbe", gibt der Häftling Bonhoeffer zu bedenken.
Gott ist da in dieser Welt, aber nicht als majestätischer Herrscher, sondern als Leidender, ohnmächtig, dienend. Gott leidet mit seiner Welt mit, er gibt sich hin - und verwandelt damit die Not.

Im April 1945 brachten die Nazis den Pastor ins KZ Flossenbürg. Dietrich Bonhoeffer wurde kurz vor Kriegsende am 9. April 1945 im Alter von 39 Jahren wegen Hochverrats zusammen mit anderen Widerstandskämpfern im KZ Flossenbürg ermordet.

Bonhoeffers Abschiedsworte an einen Mitgefangenen bezeugen seinen vitalen Glauben:
"Das ist das Ende - für mich der Beginn des Lebens."




  Trostvers von Dietrich Bonhoeffer


Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir, was kommen mag,
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.






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