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Joseph Roth
österreichischer Schriftsteller und Journalist (1894 - 1939)

Joseph Roth wurde am 2. September 1894 in Brody bei Lemberg am östlichen Rand des Habsburger Reiches geboren.

Joseph Roth war ein bekannter österreichischer Schriftsteller, Erzähler und Journalist des 20. Jahrhunderts.
Er gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Erzähler des 20. Jahrhunderts.

Frontstellung im Ersten Weltkrieg Zum wegweisenden Erlebnis wurde für Roth der Erste Weltkrieg und der darauf folgende Zerfall Österreich-Ungarns. Nach Kriegsende musste Joseph Roth sein Studium, das er in Wien hoffnungsvoll begonnen hatte, abbrechen.

Mit dem Untergang der Habsburgermonarchie verlor er seine Heimat, als die er ganz Österreich-Ungarn angesehen hatte.

Brandenburger Tor Im Juni 1920 ging er nach Berlin und arbeitete hier als Journalist für die Neue Berliner Zeitung, ab 1921 für den Berliner Börsen-Courier und wurde später Feuilletonkorrespondent für die renommierte Frankfurter Zeitung.
Im Frühjahr 1925 schickte ihn die Frankfurter Zeitung als Feuilleton-Korrespondent nach Paris.
Hunderte von Artikeln erschienen bis 1933.

Roth spiegelte die großen Umrüche in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Er setzte sich literarisch mit den gesellschaftlichen Wider-sprüchen der untergehenden Doppelmonarchie (»Radetzkymarsch«) auseinander. Zudem schilderte er in seinen Werken das politische, soziale und kulturelle Leben in der Zeit zwischen den Weltkriegen.

In seinem ersten Roman »Das Spinnennetz« (1923) sah der Visionär Roth den Aufstieg der Nazis, die Verbrechen und den Terror schon früh und weitsichtig voraus.

Von ganz anderer, weniger traurig-spöttisch-kopfschüttelnder als besorgter Art sind seine Beobachtungen einer ganz anderen Entwicklung: Bereits 1923 betont er im Roman »Das Spinnennetz« warnend jenes Phänomen des immer stärker hervortretenden Rechtsradikalismus.

In dem Roman sind es Enttäuschung und Desillusionierung, Armut und Perspektivlosigkeit, die in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg einen jungen deutschen Leutnant (wie so viele andere auch) zu willigen Mitläufern machen.

1924 erschien sein Roman »Hotel Savoy«, eine pessismistische Heimkehrer-Geschichte aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, jener Wirtschaftskrisenzeit, die Roth als Wartesaal voller radikalisierter Hoffnungen und unerfüllter Träume deutet. Der Roman erzählt von einer entwurzelten, zerfallenden Gesellschaft, von der Suche nach Heimat und Identität.

In seinem Essay »Juden auf Wanderschaft« (1927) gab er ein eindrucksvolles Bild vom jüdischen Leben vor dem Holocaust. Er selbst floh vor den Nationalsozialisten nach Paris und lebte meist in Hotels und ohne festen Wohnsitz.

Roth schrieb als Erzähler über Schwache und Hilflose meist mit jüdischem Hintergrund und über österreichische Offiziers- und Beamtenfamilien.

Sein »Hiob« (1930) brachte ihm einen beachtlichen Erfolg. Der internationale Durchbruch kam zwei Jahre später mit »Radetzkymarsch« (1932).

Je mehr die Weimarer Republik, mit der Roth nicht zufrieden war, im Chaos versank, desto mehr überhöhte Roth sein Ideal von der Donaumonarchie.

Radetzkymarsch Sein größter Roman »Radetzkymarsch«, eine Familiengeschichte vor historischem Hintergrund, zeigt den Verfall der Donau-Monarchie. Joseph Roth beschreibt darin am Beispiel der Familie Trotta den Untergang Österreich-Ungarns. Der Großteil des Buches erzählt den Lebensweg eines k.u.k. Offiziers bis zu seinem Tod in den Anfangstagen des Ersten Weltkrieges, stets vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Unterganges des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn. Der familiäre Hintergrund des Protagonisten wird dabei am Anfang vergleichsweise kurz und nüchtern umrissen.

Seine Frau Friederike litt stark unter diesen Umständen und erkrankte sechs Jahre nach der Hochzeit an Schizophrenie, was Roth psychisch wie finanziell in eine tiefe Krise stürzte. Diese Krise, die auch zu seinem zunehmenden Alkoholismus beitrug, verschärfte sich noch, als er 1933 Deutschland verlassen musste und seine Bücher dort verboten wurden.

Joseph Roth war ein Jude auf Wanderschaft, ein Wanderer zwischen den Welten und gegen Ende seines Lebens ein heimatloser Literat. Roth ging zuerst nach Wien und reiste in den folgenden Jahren quer durch Europa. Nach der Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß ging er 1934 ins Exil nach Paris.

Von 1936 bis 1938 lebte Joseph Roth mit der Schriftstellerin Irmgard Keun zusammen.
Zu seinen bekanntesten Werken des traditionellen Erzählers gehören die Romane »Das Spinnennetz« (1923), »Der stumme Prophet« (1929), »Hiob. Roman eines einfachen Mannes« (1930), »Radetzkymarsch« (1932), »Die Kapuzinergruft« (1938), »Die Legende vom heiligen Trinker« (1939) und »Der Leviathan« (1940).

Donaumonarchie Mit seinem Roman »Hiob«, aber vor allem mit »Radetzkymarsch« gelangte Joseph Roth zu internationalem Ruhm. Hauptthemen im Schaffen des jüdischen Autors sind neben dem erbitterten Kampf gegen den aufkommenden Nationalsozialismus das multikulturelle Leben und der tragische Untergang der von ihm geliebten Habsburger Monarchie.

Je drohender sich in den 30er Jahren der Nationalsozialismus artikulierte, desto stärker rückte die Erinnerung an die Vorkriegsmonarchie in das Zentrum von Roths Argumentation und verklärte das alte habsburgische Österreich.

Die Legende vom heiligen Trinker Roths Schwanengesang ist die Novelle »Die Legende vom heiligen Trinker« (1939). Der Clochard Andreas, ein hellsichtiges Selbstportrait, stirbt darin einen raschen und schmerzlosen Tod. Dieser war Joseph Roth nicht vergönnt.

Im Pariser Exil wurde der große und begnadete heimatlose Erzähler zum Trinker. Roth litt an Alkoholismus und starb am 27. Mai 1939 an seinen Folgen im Pariser Exil. Sein Grab befindet sich auf dem Cimetière de Thiais im Süden von Paris.



    Joseph Roth-Werke

Radetzkymarsch
Radetzky-
marsch
Radetzkymarsch
Radetzky-
marsch
Hotel Savoy
Hotel Savoy
Die Legende vom heiligen Trinker
Die Legende vom
heiligen Trinker
Das Spinnennetz
Spinnennetz



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    Joseph Roth-Werke

Radetzkymarsch
Radetzky
marsch
Radetzkymarsch
Radetzky-marsch
Die Kapuzinergruft
Die Kapuziner
gruft
Die Erzählungen
Erzählungen
Werkausgabe 6 Bände
Werkausgabe
6 Bände



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