Wernher von Braun-Biografie

Wernher von Braun
Wernher von Braun
deutsch - amerikan. Raketenforscher und -Ingenieur (1912 - 1977)

Wernher von Braun wurde am 23. März 1912 in Wirsitz in der preussischen Provinz Posen geboren.

Wernher von Braun war ein bedeutender deutsch-amerikanischer Raketenforscher und Weltraumpionier des 20. Jahrhunderts. Er war die herausragende Figur der Raumfahrt im 20. Jahrhundert und von der Idee besessen, den Weltraum zu erobern.

Schon als Jugendlicher hatte von Braun mit Raketen experimentiert und eine Abhandlung über Raumfahrt verfasst. Ab 1929 arbeitete er gemeinsam mit dem Forscher Hermann Oberth, durch dessen Buch »Die Rakete zu den Planetenräumen« er maßgeblich beeinflusst worden war, in Berlin.

Der Raketenforscher und -Ingenieur entwickelte mit seinem Experten-Team die ersten Raketen der Welt.
Als die Nazis die Bedeutung der Technologie für die Kriegsführung erkannten, diente er sich ihnen ergeben an.

Von 1937 bis 1945 war von Braun der technische Direktor der Heeresversuchsanstalt Peenemünde in Peenemünde auf der Insel Usedom. Hier leitete er die Entwicklung des Aggregats A4, einer Rakete mit Flüssigtreibstoff, später als sog. "Vergeltungswaffe" V2 bekannt.

Er gilt als der Protoyp des faustischen Wissenschaftlers, der seine Seele an den Teufel - in Gestalt der Nazis - verkauft. Von Braun war während des 2. Weltkrieges an der Entwicklung der V1 und V2-Raketen beteiligt, die als Vergeltungswaffen und Terror-Instrumente eingesetzt wurden. Mit den von Braun entwickelten V-Waffen wollten die Nazis eine Wende im 2. Weltkrieg herbeiführen und die drohende Niederlage noch abwenden, was allerdings misslang.

Gegen Ende des Krieges stellte er sich den Amerikanern und wurde Ende 1945 mit seinem Team von Raketenforschern in der Wüste von New Mexiko in einem Lager interniert. Dort begannen sie schon bald im Zuge eines Technologietransfers, die V2-Rakete für die Amerikaner nachzubauen.

1950 erfolgte die Übersiedlung des Raketen-Expertenteams nach Huntsville/Alabama, wo von Braun Leiter des Raketenforschungszentrums wurde. Von Braun leitete ein Team von mehr als hundert Entwicklern im Auftrag der US-Armee.

John F. Kennedy Die grossse Stunde der mittlerweile eingebürgerten Raketenmänner schlug beim Amtseintritt von John F. Kennedy, dessen persönlicher Berater von Braun wurde. Kennedy entwarf ein kühne Vision von der Weltraum-Mission der Amerikaner: am Ende des Jahrzehnts wollten sie auf dem Mond landen.

US-Präsident John F. Kennedy kündigte am 25. Mai 1961 das Mondflugprogramm Apollo an: »Diese Nation sollte sich dem Ziel verschreiben, vor Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen zum Mond und sicher wieder zur Erde zurückzubringen.«

Durch das »Saturn-Apollo-Projekt« wurde der Mondflug verwirklicht.

Er war maßgeblich an den Mercury-, Gemini- und Apollo-Projekten beteiligt. Im Besonderen leitete und beeinflusste er die Entwicklung der Saturn V-Trägerrakete, speziell der ersten Stufe, und wird daher als geistiger Vater der Mondrakete betrachtet.

Am 27. Oktober 1961 flog die Saturn I unter seiner Leitung das erste Mal ins All. Der Bau weiterer Trägerraketen folgte. Die Saturn V war die bis dahin grösste und schwerste Trägerrakete, deren Nutzlast das Apollo-Raumfahrzeug bildete.

Am 21. Juli 1969 landete mit Neil Armstrong der erste Mensch auf dem Mond. Mit der ersten Mondlandung 1969 gingen von Brauns langjährige Träume in Erfüllung.

Von 1970-1972 war er stellvertretender Direktor der zivilen Raumfahrtbehörde NASA. Wegen starker Budgetkürzungen der NASA durch den US-amerikanischen Kongress verließ von Braun 1972 die Raumfahrtbehörde und wurde Vizepräsident von Fairchild, einem Luft- und Raumfahrtkonzern.

Wernher von Braun trat offiziell am 31. Dezember 1976 in den Ruhestand.

Am 16. Juni 1977 starb der Raketenpionier Wernher von Braun an einem Krebsleiden in Alexandria, Virginia.

Die Raketen des »rocket man« hatten die Welt verändert, wenn auch nicht immer in seinem Sinne.




Internet

www.raumfahrer.net
www.apollo-projekt.de
www.apolloprojekt.de
www.geschichte.aero



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