Bertolt Brecht-Biografie

Bertolt Brecht
deutscher Dramatiker und Theaterautor
(1898 - 1956)

Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren.

Bertolt Brecht war der einflussreichste deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunders. Er war der bedeutendste deutsche Dramatiker des 20. Jahrhunderts und bekennender Marxist.

Unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges entdeckte der junge Brecht seine Berufung zur Literatur als Protest gegen die bürgerliche Gesellschaft.

1924 übersiedelte der junge Autor Brecht im Alter von 26 Jahren nach Berlin. Dort inszeniert sich der junge Literat im Anarcho-Gewühl der Hauptstadt bald stilsicher mit Ledermantel und Zigarre.

Seine frühen Dramen »Baal«, »Trommeln in der Nacht« und »Im Dickicht« sind expressionistische Stücke voll Wut und Rebellion. Der junge Brecht machte damals schon Theater, dessen epische Gestalt er als Konzept schon in sich trug.

Mit dem autobiografisch gefärbten Halbstarken-Stück »Baal« (hebr. = Herr) hatte sich der junge Brecht ein überlebensgrosses Alter Ego als Halbstarker erdichtet, der vor Kraft kaum gehen konnte.

In Berlin schuf Bertolt Brecht zusammen mit dem Komponisten Kurt Weill (1900 - 1950) eine neue Form des Musiktheaters: »Die Dreigroschenoper«. Kurt Weill komponierte die Musik und verschmolz in den sparsam instrumentierten Songs wirkungsvoll Elemente des Jazz und der traditionellen Musik mit Foxtrott-, Shimmy- und Tangorhythmen. Die Uraufführung fand am 31. August 1928 im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin statt.

Ende Februar 1933, als die Nazis an die Macht kamen, floh er über Österreich in die Schweiz, nach Dänemark, England, Schweden, in die Sowjetunion und die USA (Kalifornien).

Wegen seiner Ausbürgerung musste Brecht auch sich bemühen, seine Verwandten in Deutschland vor Nazis zu schützen. Diese Exiljahre erwiesen sich aber als eine der erfolgreichsten Schaffungsperioden Brechts, in der er viele wichtige Stücke, u.a. »Der kaukasische Kreidekreis« (1945) schrieb.

Den großen Antikriegsstücken, die im Exil entstehen, fehlt die deutsche Bühne. In Amerika blieb der Erfolg und die Resonanz seiner Stücke daher aus.

1948 kehrte Brecht nach Ost-Berlin zurück. Die junge DDR bot dem bekennender Marxisten eine Plattform für sein Theater. Seine Verfolgung als Linker in den USA ist kein schlechtes Entree in Ost-Berlin.

Dort machte sich Brecht mit seiner Frau Helene Weigel an den sozialistischen Aufbau des »Berliner Ensembles« am Schiffbauerdamm, das von der Regierung der DDR großzügig unterstützt wurde.

Mutter Courage Am 11. Januar 1949 fand die Uraufführung des Theaterstückes »Mutter Courage« am Deutschen Theater in Ost-Berlin statt. Die Premiere war ein außerordentlicher Erfolg für Brecht, Engel und die Hauptdarstellerin Weigel, insbesondere aufgrund Brechts Theorie des epischen Theaters.

Die DDR hatte wenig Sinn für Brechts Bühnenexperimente am Theater am Schiffbauerdamm. Aber sie brauchte Brecht an Tagen wie dem 17. Juni 1953. Da versicherte der ostdeutsche Staatsdichter der Partei seine - wenn auch kritische - Loyalität. Nur im Hinterstübchen schlägt er spöttelnd vor, die Regierung möge doch das Volk auflösen und sich ein anderes wählen.

1954 nahm Brecht in Moskau den Stalin-Preis entgegen. Da gilt er im Westen längst als Stalinist. Im Osten dagegen nennt Brecht Stalin einen "verdienten Mörder das Volkes". Und gibt seine Schizophrenie als Dialektik aus.

Brecht gilt als einer der bedeutensten, vielseitigsten Dichter und Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Seine zeitlosen Dramen sind Dauervorstellungen auf deutschsprachigen Bühnen.
Der experimentierfreudige Dramatiker gilt als der Erfinder des »epischen Theaters«. Sein episches, d.h. erzählendes Theater, wurde schon bald stilbildend in Europa.

Brechts Ouevre umfasst insgesamt 48 Stücke und 2.348 Gedichte. Zu den bekanntesten Werken des bedeutenden Dramatikers gehören »Die Dreigroschenoper«, »Mutter Courage und ihre Kinder«, »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«, »Das Leben des Galilei«.

Brecht stellte in seinen Stücken immer wieder die Frage nach dem Hunger und der Ungerechtigkeit der Welt. Sein berühmtestes Werk, die »Dreigroschenoper«, ein Kapitalismuskritik-Lehrstück, bringt nicht nur die menschliche Unzulänglichkeit auf den Punkt, sondern auch Brecht selber: "Erst kommt das Fressen und dann die Moral".

Bertolt Brecht starb am 14. August 1956 in Berlin. Der bedeutendste deutsche Dramatiker fand seine letzte Ruhestätte auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof.




  Berliner Ensemble


Am Deutschen Theater in Ost-Berlin inszenierte Bertolt Brecht sein Theaterstück »Mutter Courage« mit dem von ihm und seiner Frau Helene Weigel gegründeten »Berliner Ensemble«.

Das Theater zeigte vor allem Modellaufführungen von Brechts Werken. Das »Berliner Ensemble« war ab 1954 im eigenen Hause, dem Theater am Schiffbauerdamm in Ost-Berlin, und wurde nach Brechts Tod von seiner Frau Helene Weigel weiter geleitet.

Sie spielte auch die Courage in eben dieser Aufführung des 1939 geschriebenen Parabelstückes. Die Uraufführung fand 1941 in Zürich statt.



    Bertolt Brecht-Werke

Die Dreigroschenoper
Die Dreigroschen-oper
Mutter Courage
Mutter Courage
Das Leben des Galilei
Das Leben des Galilei
Sezuan
Der gute Mensch von Sezuan
Herr Puntila
Herr Puntila und sein Knecht Matti



Reinhold Jaretzky: Bertolt Brecht. rororo, 2006
Bertolt Brecht
von Reinhold Jaretzky
rororo
Juli 2006


    Brecht-Gedichte

Die Gedichte in einem Band
Die Gedichte
in einem Band
Liebesgedichte
Liebesgedichte






Internet


Bertolt Brecht - sueddeutsche.de
Bertolt Brecht-Biografie
Bertolt Brecht Biografie
Zum 50. Todestag von Bertolt Brecht



Feedback zusenden Biografie-Teil zusenden Biografien-Portal weiterempfehlen



[   Bertolt Brecht-Zitate   ]



Machen Sie bitte Bookmark-Werbung auf folgenden Portalen