Denis Diderot-Biografie

Denis Diderot
französischer Philosoph, Schriftsteller
und Aufklärer (1713 - 1784)

Denis Diderot wurde am 5. Oktober 1713 in Langres in der Champagne-Ardenne als ältester Sohn eines wohlhabenden Messerschmiedemeisters geboren.

Denis Diderot war ein bedeutender französischer Philosoph und Schriftsteller. Er war zuden ein radikaler Aufklärer des 18. Jahrhunderts und ein wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution.

Diderot zählt zu den radikalen Aufklärern, die nicht an die Existenz Gottes glaubten. Die radikalen Aufklärer sahen in der Religion den Feind von Freiheit, Vernunft, Wahrheit, Lust und Ethik.

Zu Lebzeiten weniger bekannt, gilt Diderot heute als einer der originellsten Köpfe der europäischen Aufklärung.
Diderot dachte und schrieb ähnlich wie sein Weggefährte Rousseau anti-klerikal. Im Gegensatz zu Rousseau war für den überzeugten Atheisten der Mensch das Maß aller Dinge. Grossen Einfluss übte er durch seinen Ansatzpunkt, den Menschen in den Mittelpunkt seiner Philosophie zu stellen.

Als junger Mann lernte er eine einfache Wäscheverkäuferin kennen und wollte sie 1743 heiraten. Wie es den Sitten entsprach, bat er seinen Vater um Erlaubnis, worauf dieser ihn in ein Kloster einsperren ließ. Diderots Antipathie gegen die Kirche und die Institution Kloster liegt wohl auch in dieser Erfahrung begründet.

Encyclopedie Diderot wurde durch die Herausgabe der "Encyclopédie" (1751-1781), eines dreibändigen Lexikons mit dem gesammelten Wissen seiner Zeit, zu einem Wegbereiter der Aufklärung. Ganz im Sinne der Aufklärung wurde Diderot bekannt als Herausgeber der großen französischen »Encyclopédie«, zu der er selbst als Enzyklopädist etwa 6.000 von insgesamt 72.000 Artikel beitrug.

Der erste Band erschien im Jahr 1751. 1780 wurde die Reihe mit dem 35. und letzten Band abgeschlossen. Die »Encyclopédie« ist eines der Hauptwerke der Aufklärung. Die Encyclopédie leitete die Aufklärung ein und war Träger dieser neuen Idee. Sie umfasste etwa 60.000 Artikel und verstand sich als Versuch, eine umfassende Übersicht über den Wissensstand der Zeit zu bieten.

Neben der »Encyclopédie« hatte Diderot immer auch andere Werke in Arbeit. Schon 1746 hatte er im Anschluss an die Shaftesbury-Übersetzung seine »Pensées philosophiques« („Philosophische Überlegungen“) publiziert, worin er erstmals materialistische und atheistische Vorstellungen vertrat.

Diderot war im 18. Jahrhundert bekannt für seine Romane, Erzählungen und Dramen. 1748 veröffentlichte er einen erotischen Roman, »Les bijoux indiscrets« („Die indiskreten Kleinode“), der ein Skandalerfolg wurde und in Literaturgeschichten für Schüler und Studenten oft unerwähnt bleibt.

Denis Diderot 1749 saß er wegen der philosophischen Schrift »Lettre sur les aveugles« („Brief über die Blinden“) einige Monate in Haft, worin er ausgehend von der These, dass ein blind Geborener keine Möglichkeit habe, die Existenz Gottes zu erdenken, diese Existenz überhaupt bezweifelt.

Diderot war ein universal gebildeter Geist - ein wandelndes Lexikon. Er war in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen und in verschiedenen Literaturgattungen zu Hause. Als Anhänger des Skeptizismus und Deismus engagierte er sich für einen neuen Wahrheitsbegriff.

Als Naturwissenschaftler betätigte Diderot sich in den »Pensées sur l'interprétation de la nature« (»Überlegungen zur Deutung der Natur«) (1754) einem Plädoyer für das Prinzip des Experiments und gegen die oft nur pseudo-rationalen Naturerklärungen der Cartésiens, d. h. der rationalistischen Denker im Gefolge von René Descartes.

Daneben schrieb Diderot die Theaterstücke »Le Fils naturel« (»Der uneheliche Sohn«, 1757) und »Le Père de famille« (»Der Familienvater«, 1758) sowie theatertheoretische Abhandlungen »De la poésie dramatique«, (»Über die dramatische Dichtung“, 1758), womit er in Theorie und Praxis die neue Gattung des drame bourgeois (bürgerliches Trauerspiel) in Opposition zur aristokratischen Tragödie begründete.

Zugleich arbeitete Diderot an Romanen und Erzählungen, die rückblickend erstaunlich modern wirken und meist erst postum erschienen. So verfasste er 1760/61 den kirchenkritischen und zugleich empfindsamen Roman »La Religieuse« („Die Nonne“), der den Leidensweg einer unfreiwilligen Nonne beschreibt und heute wohl sein meistgelesenes (und verfilmtes) Werk ist (gedruckt erst 1796). Von 1760 bis etwa 1764 schrieb er den experimentellen Roman »Le Neuveu de Rameau« (»Rameaus Neffe«) erstmals gedruckt in Goethes deutscher Übersetzung 1805, in einer französischen Rückübersetzung 1821, im endlich wiederentdeckten Originaltext erst 1891). 1773 stellte er den Roman »Jacques le Fataliste« (»Jacques der Fatalist«) fertig (gedruckt erst 1796).

Das Verhältnis zwischen dem aktiven, aber dennoch im festem Glauben an die Determiniertheit aller Ereignisse befangenen Knecht Jacques und seinem lethargischen und passiven Herrn, der ironischerweise den Standpunkt der Willensfreiheit vertritt, inspirierte Hegel zu seiner in »Phänomenologie des Geistes« entfalteten Dialektik von Herrschaft und Knechtschaft.

In Diderots unveröffentlichten Schriften mit satirischer Tendenz zeigen sich deutliche Zweifel am optimistischen aufklärerischen Weltbild, das er mit der Encyclopédie öffentlich vertreten musste. Sein anfänglicher Freund und späterer Widersacher Jean-Jacques Rousseau warf Diderot vor, dass er ihn vom Optimismus abgebracht habe.

Denis Diderot trat in seinen Spätwerken für die Verbreitung des Geistes der Aufklärung, den Atheismus und gegen Aberglaube und Bigotterie ein.

Im Verlaufe seines intellektuellen Leben war Denis Diderot mit den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Gebieten beschäftigt, seine Interessen umfassten insbesondere die Bereiche der Chemie, der Physik, der Mathematik vor allem der Naturgeschichte sowie auch der Anatomie und Medizin.

Der Geist der Aufklärung Diderot wollte eine zutiefst menschliche Gesellschaft, doch als Philosoph der Aufklärung ist er in Vergessenheit geraten.

Die Französische Revolution erlebte der Aufklärer und Wegbereiter nicht mehr, Denis Diderot starb am 31. Juli 1784 in Paris. Seine letzte Ruhestätte fand der Vordenker der Aufklärung in der Kirche Saint Roch.




  Denis Diderot Encyclopédie

Denis Diderot

Denis Diderot war Herausgeber der großen französischen »Encyclopédie«, zu der er selbst als Enzyklopädist etwa 6.000 von insgesamt 72.000 Artikeln beitrug.

Da er schon eine Geschichte der alten Griechen, ein medizinisches Lexikon und einen philosophischen Traktat von Shaftesbury aus dem Englischen übersetzt hatte, erhielt Diderot 1746 von dem Pariser Verleger und Hofdrucker André François Le Breton den Auftrag, die kürzlich abgeschlossene »Cyclopaedia, or Universal Dictionary of the Arts and Sciences« zu übersetzen. Diderot nahm an, beschloss aber, das zweibändige Werk beträchtlich zu erweitern, um daraus eine Summa des gesamten Wissens seiner Zeit zu machen.

Im Oktober 1750 gab Diderot bekannt, das eine Ausgabe der »Encyclopédie« mit acht Bänden und sechshundert Tafeln vorgesehen war. Er verfasste er einen in ganz Europa verschickten Prospekt, in dem er Interessenten zur Subskription der »Encyclopédie« aufrief.

Diese wurde von Denis Diderot und Jean Baptiste le Rond d’Alembert herausgegeben und enthält Beiträge weiterer 142 Bearbeiter, den sogenannten Enzyklopädisten. Der erste Band erschien im Jahr 1751. 1780 wurde die Reihe mit dem 35. und letzten Band abgeschlossen. Die »Encyclopédie« ist eines der Hauptwerke der Aufklärung. Die Encyclopédie leitete die Aufklärung ein und war Träger dieser neuen Idee. Sie umfasste etwa 60.000 Artikel und verstand sich als Versuch, eine umfassende Übersicht über den Wissensstand der Zeit zu bieten.

Encyclopedie 1751 erschienen die beiden ersten Bände der »Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des arts et métiers, par une société de gens de lettres« („Enzyklopädie oder (alphabetisch) geordnetes Lexikon der Künste und Gewerbe, von einer Autorengemeinschaft“). Der buchhändlerische Erfolg des Werkes war enorm, doch die Jesuiten und die Sorbonne diagnostizierten eine unchristliche Tendenz und erwirkten beim königlichen Kronrat ein Verbot. Da aber Madame de Pompadour (die Geliebte von Ludwig XV.), einige Minister, viele einflussreiche Freimaurer und der Chefzensor Malesherbes auf der Seite der Encyclopédisten standen, konnten trotz des Verbots 1753–1756 vier weitere Bände erscheinen.